Immer mehr Gebäudeinhaber fragen sich, was man denn nun unter einem Nullemissionshaus zu verstehen hat. Um das zu erklären, gehen wir erst mal von einem „normalen“ Haus aus. Hier verwendet man beispielsweise Öl oder Erdgas für die Heizung. Der Strom kommt aus einem Kohlekraftwerk.Zur Sicherstellung von Wärme und Strom werden also sogenannte fossile Brennstoffe verwandt. Dabei entstehen CO2-Emissionen. CO2 ist die chemische Bezeichnung für Kohlenstoffdioxid, eine Verbindung aus Kohlen- und Sauerstoff.
Es handelt sich hierbei zwar um einen natürlichen Bestandteil der Luft (mittlere Konzentration 0,038 %), doch durch die Verwendung der fossilen Brennstoffe entwickelt sich dieses Gas zu einem der berüchtigten Treibhausgase, die unser Klima belasten und schädigen.

Gelingt es nun, ein Haus mit anderen als fossilen Brennstoffen mit Energie zum Heizen, Belüften, Kühlen, Beleuchten usw. soweit mit Energie zu versorgen, dass die Erzeugung dem Verbrauch entspricht, bezeichnet man ein solches Gebäude als Nullemissionshaus. Dabei kommt die sogenannte regenerative Energiegewinnung zum Einsatz. Regenerative oder zu deutsch erneuerbare Energien gewinnt man aus Quellen, die sich kurzfristig selbst erneuern oder die durch deren Nutzung nicht erschöpft werden. Insbesondere geht es hier um
Das Nullemissionshaus weist eine CO2-neutrale Jahresbilanz aus. Das heißt, dass die aus regenerativen Quellen erzeugte Energie dem Energieverbrauch des Hauses entspricht.
Energietechniken im Nullemmissionshaus
Vor diesem Hintergrund ist klar, dass man in einem Nullemmissionshaus wohl kaum eine Ölheizung einbauen würde. Hier greift man meist auf die Kombination verschiedener Techniken zurück. Weit verbreitet ist beispielsweise die Nutzung von Wärmepumpen und netzgekoppelten Fotovoltaikanlagen, die zur Gewinnung von Solarstrom eingesetzt werden.
Wärmepumpen sind Maschinen, bei der – vereinfacht ausgedrückt – die Umgebungsluft durch einen mechanischen Prozess aufgeheizt und an Heizkörper abgegeben wird. Letztlich handelt es sich hier um einen umgekehrten Prozess, wie man ihn vom Kühlschrank her kennt. Neben der Umgebungsluft kommen auch Erde und Wasser als „Energielieferanten“ in Frage. So werden häufig Erdwärmesonden eingesetzt, die bis zu 100 m tief ins Erdreich gebohrt werden. Diese Anlagen haben den Vorteil, dass sie beispielsweise im Sommer umgekehrt genutzt werden können und zur Klimatisierung der Räume genutzt werden. Die für den Antrieb der Pumpen benötigte Energie ist gemessen an der gewonnenen Wärmeenergie gering. Bei der Anschaffung der Pumpen sollte man sich jedoch vom Fachmann beraten lassen, um die für den eigenen Zweck effektivste Pumpe herauszufinden.
Fotovoltaikanlagen erkennt man häufig an den großen Platten, die auf dem Dach des Hauses angebracht werden. In diesen Platten befinden sich die Solarzellen. Mit Hilfe dieser Zellen wird die Sonneneinstrahlung teilweise in elektrische Energie umgewandelt. Im Nullemissionshaus wird diese Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der Strom wird vom Energieversorger vergütet. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Preis den der Eigentümer der Anlage vom Energieversorger erhält höher als der Preis, der für die Entnahme aus dem öffentlichen Stromnetz gezahlt werden muss.