So mancher Immobilienbesitzer bekommt schon graue Haare, wenn er das Wort „Energiesparen“ nur hört. Denn letztlich läuft der politische Dauerbrenner darauf hinaus, dass der Hauseigentümer meist sehr viel Geld in die Hand nehmen muss, um den hohen Energiestandards gerecht zu werden. Natürlich ist auch der Vermieter daran interessiert, die Energiekosten zumindest stabil zu halten und im positiven Fall sogar zu senken.
Doch wenn es ums Bezahlen geht, wird manchem Vermieter so heiß, dass er gar keine Heizung mehr benötigt. Doch man kann auch mit vergleichsweise kostengünstigen Maßnahmen Energie einsparen. Eine Möglichkeit sind hier beispielsweise programmierbare Thermostate.

Gerade berufstätige Mieter verschwenden oft jede Menge Heizenergie. Damit die Wohnung am Abend schön warm ist, muss die Heizung den ganzen Tag auf einem recht hohen Niveau gefahren werden. Es werden also leere Räume so beheizt, als würden sie genutzt. Mit programmierbaren Thermostaten kann die Heiztemperatur am Tage heruntergefahren werden und etwa 15 bis 30 Minuten vor Eintreffen des Mieters wieder hochgefahren werden, sodass die Wohnung dann wieder eine angenehme Wärme ausstrahlt. So lassen sich nach Einschätzung von Experten bis zu 10 % der Kosten für Wärmeenergie einsparen.
Mit Hilfe der Thermostate können bis zu vier verschiedene Temperaturvorgaben pro Tag festgelegt werden. Die Wärme kann so – für jeden Wochentag individuell – eingestellt werden. Verlässt beispielsweise der Mieter um 08:30 Uhr das Haus, ist mittags von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr in der Wohnung und kommt dann wieder um 19:00 nach Hause, kann die Temperatur in der Zeit von 08:30 bis 11:30 und von 14:00 bis 18:30 Uhr abgesenkt werden. Da viele Arbeitnehmer am Freitag früher nach Hause kommen und die meisten auch samstags nicht arbeiten, können die Absenkzeiten für diese Tage entsprechend den Bedürfnissen eingestellt werden.
Die Thermostate lassen sich für jeden einzelnen Wochentag und für jedes Zimmer genau und individuell mit bis zu vier Eingaben einstellen. Diese sollten allerdings möglichst auch für die folgenden Wochen gelten, sonst wird es zu umständlich.
Ein komfortables Sparmodell
Neben der Energieeinsparung bieten die programmierbaren Thermostate noch einen weiteren Vorteil: Sie bieten dem Mieter ein Mehr an Komfort. So ist das Badezimmer am frühen Morgen angenehm warm, ohne dass die gesamte Nacht geheizt werden müsste oder der Mieter sehr früh aufstehen müsste, um das Bad zu heizen.
Die Arbeitsweise eines programmierbaren Thermostaten
Die gebräuchlichen Thermostate arbeiten mit einer Kapsel, in der sich ein Stoff befindet, der sich bei Kälte zusammenzieht und bei Wärme ausdehnt. Entsprechend wird die Zufuhr von Heißwasser in der Heizung gesteuert. Programmierbare Thermostate verfügen jedoch über eine umfassendere Technik. Sie bestehen aus einem Sensor, mit dem die Raumtemperatur gemessen wird, einem Minicomputer zur Verarbeitung der vorgegebenen Daten, einer Zeitschaltuhr und einem Elektromotor, mit dem der Schieber gesteuert wird, der die Zufuhr von Heißwasser in die Heizung regelt.
Der Minicomputer gibt die eingegebene Raumtemperatur vor. Meldet der Sensor, dass die Temperatur unter den vorgegebenen Wert gesunken ist, wird ein Signal an den Elektromotor gegeben. Dieser öffnet dann den Schieber, um mehr Heißwasser in die Heizung zu lassen. Wird die eingestellte Temperatur überschritten, erfolgt ein Signal, durch das der Schieber wieder geschlossen wird.
Die Einstellung der Vorgabewerte erfolgt über eine Steuereinheit am Mini-Computer. Es gibt allerdings auch Geräte, bei denen das Profil am eigenen PC erstellt werden kann. Die Daten können dann via USB-Stick auf den eigentlichen Thermostat am Heizkörper übertragen werden. Eine dritte Variante besteht darin, dass die Steuereinheit getrennt von den Thermostaten an einer günstigen Stelle im Raum angebracht wird, von wo aus dann mehrere Thermostate gesteuert werden können.
Ein weiterer Vorteil der elektronischen Thermostate: die Temperaturschock-Funktion. Kommt es im Raum zu einem rapiden Abfall der Raumtemperatur, werden die Ventile geschlossen. So wird nicht geheizt, wenn die Räume gelüftet werden. Steigt die Temperatur wieder an, kehrt die Einrichtung zu den vorgegebenen Temperaturen zurück und nimmt die entsprechenden Regelungen vor. Bleibt die Raumtemperatur konstant niedrig, starten die Thermostate spätestens nach einer dreiviertel Stunde.
Die Kosten
Je nach Ausstattung liegen die Preise der Geräte zwischen 35,00 € und etwa 120 €. Das ist im Vergleich zu den herkömmlichen Thermostaten relativ viel. Rechnet man jedoch die Energieersparnis dagegen, machen sich die programmierbaren Geräte recht schnell bezahlt. Die Kosten können Sie nicht auf die Mieter umlegen. Allerdings kann der Mieter auch keinen Einbau verlangen.
Will ein Mieter die Thermostate auf eigene Kosten einbauen, sollten Sie die alten Geräte einsammeln, denn der Mieter kann die Thermostate einfach abschrauben und beim Auszug mitnehmen. Sie können aber auch eine Vereinbarung mit dem Mieter treffen, dass Sie sich an den Kosten beteiligen und die Thermostate dann beim Auszug in der Wohnung verbleiben.
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