Sie haben einen Garten vor dem Haus? Das ist schön. Doch sind auch keine giftigen Pflanzen dazwischen, die für die Mieter gefährlich werden können? Müssen Sie sich auch immer wieder über Graffitis ärgern und fühlen sich dabei machtlos? Wollen Ihre Mieter die Wohnungen verändern und Sie wissen nicht, wie man sich hierbei verhalten soll? Machen Sie sich auch manchmal Gedanken, ob Ihr Haus gegen Brandschäden ausreichen gesichert ist? Dann lesen Sie die Beiträge in diesem Kapitel.
In der wärmeren Jahreszeit hält man sich gerne außerhalb der vier Wände auf. Doch auf der Wiese lauern auch einige Gefahren. Gerade für Kinder, die gerne mal eine bunte Pflanze in den Mund stopfen, besteht hier Vergiftungsgefahr. Als Vermieter können Sie natürlich nicht sicherstellen, dass sich auf der Wiese vor dem Haus keine Giftpflanzen befinden. In vielen Fällen lassen sich aber Vergiftungen vermeiden, wenn man weiß, welche giftigen Pflanzen sich vor dem Haus befinden. In diesem Beitrag finden Sie eine Übersicht der häufig vorkommenden Blüten, Blumen und Bäume, vor denen Sie sich in Acht nehmen sollten.
Besonders giftige Pflanzen

Zu den besonders giftigen Pflanzen, die man vor dem Haus antreffen kann, gehört das Bilsenkraut. Die stark aromatische Pflanze wird 30 bis 60 Zentimeter hoch. Die Pflanze ist insgesamt sehr giftig – besonders gefährlich sind die Samen und Wurzeln. Hat man sich mit Bilsenkraut vergiftet, kommt es zu starker Gesichtsrötung, der Vergiftete hat Durst, wird sehr unruhig und seine Pupillen er-weitern sich.
Auch der Blaue Eisenhut ist eine zwar sehr schöne aber ebenso giftige Pflanze. Er blüht von Juni bis September und erreicht eine Höhe von bis zu 1,50 Metern. Auch hier ist die Pflanze insgesamt sehr giftig, wobei die Wurzelknollen und Samen besonders gefährlich sind. Personen, die sich vergiftet haben, verspüren ein Brennen und Kribbeln am Körper, das häufig mit einem Taubheitsgefühl ein-hergeht. Bei dieser Vergiftung kommt es auch zum Erbrechen.
Insbesondere für Kinder stellt die Eibe eine besondere Gefahr dar. Die giftigen Samen reifen im Herbst in einem erst grünen, später roten, fleischigen Samenmantel heran. Dieser Mantel ist tücki-scherweise das einzige nicht giftige Teil des Nadelbaums. Die gerade im Endstadium wie kleine Kir-schen anmutenden Beeren werden gerne von Kleinkindern in den Mund gestopft. Bereits nach relativ kurzer Zeit (bis zu einer Stunde) kommt es dann zum Erbrechen, zu Durchfällen, Schwindel, Pupillenerweiterungen und Bewusstlosigkeit. Schon nach ca. 1 ½ Stunden kann es zum Herzstillstand kommen.
Zu den sehr giftigen Pflanzen gehört auch die Engelstrompete. Hier kommt hinzu, dass die unreifen Samen und Blüten süßlich schmecken und deshalb gerade von Kindern gerne in den Mund gescho-ben werden. 15 - 20 Samen sind für Kinder in den meisten Fällen schon tödlich. Bei der Vergiftung weiten sich die Pupillen und es kommt zu Schluck- und Sprachstörungen. Verläuft die Vergiftung nicht tödlich, kommt es nach mehreren Stunden zu Halluzinationen, die länger anhalten können.
Der Goldregen gehört zu jenen Pflanzen, die ebenso schön wie giftig sind. Der Strauch wir normalerweise fünf bis sechs Meter hoch, kann aber auch in Ausnahmefällen sehr viel höher werden. Die zwei Zentimeter großen Blüten hängen in rund 30 Zentimeter langen Trauben herab. Er blüht von Mai bis Juni. Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders aber die Samen. Drei bis vier Schoten mit etwa 15 bis 20 Samen können bereits tödlich wirken. Schon drei Samen können nach kurzer Zeit zu Vergiftungserscheinungen führen. Dann kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, Mund- und Rachenbrand und Magenbeschwerden. Betroffene leiden unter Schweißausbrüchen, Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. Höhere Dosen der giftigen Samen führen zu Hallu-zinationszuständen, Muskelzuckungen bis hin zur Bewusstlosigkeit und Verkrampfungen. Je nach Giftmenge kann der Tod durch Atemlähmungen auch noch nach mehreren Stunden oder sogar Tagen auftreten.
Die Herbstzeitlose hat rosafarbene bis hell violette Blüten. Aufgrund der Ähnlichkeit der Blätter wird diese Pflanze auch mit dem Bärlauch verwechselt. Sie blüht von August bis Oktober. Schon 2 bis 5 Gramm des Samens können zum Tode führen. Die Vergiftungserscheinungen treten nach etwa zwei bis sechs Stunden auf. Zunächst stellen sich Schluckbeschwerden ein und Mund- und Rachenbereich beginnen zu kratzen und zu brennen. Es kommt dann zum Erbrechen, zu Krämpfen und blutigen Durchfällen. Die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken. Nach ein bis zwei Tagen kommt es dann zum Tod.
Weit verbreitet ist der Rote Fingerhut, der bis zu 1,5 Meter hoch wird und von Juni bis August blüht. Schon 2 ½ Gramm der Blätter können zu einer tödlichen Vergiftung führen. Zunächst kommt es zu tagelanger Übelkeit und Erbrechen. Dann setzen Sehstörungen ein. Die Pulsfrequenz fällt auf dramatische Werte, manchmal unter 50 Schläge und im weiteren Verlauf der Vergiftung unter 20 Schläge pro Minute, während der Blutdruck weiter steigt. Es kommt zu Herzrhythmusstörungen, die bis zum Herzstillstand führen können.
Der Seidelbast-Strauch wird ein bis zwei Meter hoch. Er blüht von März bis Mai. Der Seidelbast ist ein stark duftender Strauch, der rote, fleischige Beeren trägt, die vor allem eine Gefahr für die Kinder darstellen. Vergiftungen durch Seidelbast lösen ein Brennen und Anschwellen im gesamten Mundraum aus. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Krämpfe und Durchfälle. Erste Vergiftungserscheinungen treten schon bei Einnahme von vier bis fünf Früchten auf. Für Kinder können schon 10 Beeren tödlich sein.
Sowohl als Strauch als auch als Baum wächst die Stechpalme. Sie kann bis zu 10 Meter hoch wach-sen, und bis zu 300 Jahre alt werden. Kinder
greifen gerne zu den leuchtend roten Beeren, deren Verzehr jedoch Erbrechen, Magen-, Darmbeschwerden und Durchfälle verursachen können. Schon der Genuss von zwei Beeren kann die Vergiftung auslösen, 20 bis 30 Beeren können lebensbedrohliche Vergiftungen zur Folge haben.
Bei dem Wandelröschen handelt es sich um einen zwischen 30 Zentimetern und einem Meter hohen Strauch. Die Blüten wechseln während der Blütezeit ihre Farbe von Gelb oder Weiß über Orange zu Rot. Das Wandelröschen blüht zwischen Juni und September. Danach reifen blau-schwarze Beeren an dem Strauch. Der Verzehr insbesondere der unreifen Beeren kann zu Leberschädigungen führen, Gelbsucht verursachen und durch Licht hervorgerufene Entzündungen der Haut zur Folge haben.
Giftige Pflanzen
Die zuvor genannten Pflanzen gehören zu den hochgiftigen Gewächsen, die sich im Garten und auf der Wiese finden lassen. Daneben gibt es aber noch eine ganze Reihe anderer Pflanzen, die sehr giftig sind. Vor Bepflanzung des Gartens oder der Wiese sollte man deshalb den Rat eines Fachmanns einholen.
Hier eine Übersicht weiterer Giftpflanzen, die allerdings keine tödliche Wirkung haben. Grundsätzlich sind alle Teile der Pflanzen giftig. Es können jedoch bestimmte Teile eine besonders hohe Konzentration an Giftstoffen aufweisen.
| Name | Besonders giftige Pflanzenteile | Vergiftungsanzeichen |
| Anemonen | Alle | Reizung der Mundschleimhaut, Erbrechen |
| Berberitze | Rinde und Wurzeln | Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühl |
| Besenginster | Alle | Erbrechen, Durchfall, Kreislauf |
| Buchs | Blätter und Rinde | Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühl, Krämpfe |
| Duft-Wicke | Samen | Kribbeln in den Beinen, Harndrang |
| Essigbaum | Blätter und Früchte | Erbrechen, Magenschmerzen, Darmreizung |
| HEckenkirsche | Blätter und Beeren | Erbrechen, Kreislaufprobleme |
| Hyazinthe | Alle | Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe |
| Lampionpflanze | Alle | Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe |
| Narzissen | Zwiebel | Erbrechen, Durchfall, Schweiß-Atacken |
| Rhododendron | Blüten, Nektar, Samen | Mundbrand, Erbrechen, Durchfall |
| Schneeball | Blätter, Rinde, Beeren | Erbrechen, Durchfall |
| Schneeglöckchen | Alle | Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall |
Handeln im Notfall
Wie Sie bereits bemerkt haben, gibt es sehr viele Pflanzen, die giftig sind. Es wird sich nicht immer vermeiden lassen, dass zumindest schwachgiftige Pflanzen im Garten oder auf der Wiese auftauchen. Sollten Anzeichen von Vergiftungen auftreten, in den meisten Fällen ist dies zunächst Erbrechen, heißt es sofort handeln. Gerade bei Vergiftungen zählt jede Sekunde. Zunächst ist in jedem Fall der Notarzt zu benachrichtigen. Wenn möglich, beauftragen Sie eine andere Person, den Notruf abzusetzen. Dann beginnen Sie mit Sofortmaßnahmen:
Die Giftinformationszentralen erreichen Sie unter folgenden Nummern:
Berlin: 030-19240 oder Charité: 030-450 653 555
Bonn: 0228-19240
Erfurt: 0361-730730
Freiburg: 0761-19240
Göttingen: 0551-19240
Homburg/Saar: 06841-19240
Mainz: 06131-19240
München: 089-19240
Nürnberg: 0911-3982451 oder 3983478